Dienstag, 07.06.16 - Distomo

Diskussion: Die ‘anderen’ Deutschen der Nazi-Besatzung. Die Strafbataillone der Wehrmacht in Griechenland, 1943-1944

Das Massaker von Distomo ist Synonym für die bestialische Gewalt der SS-Truppen während der deutschen Besatzungszeit in Griechenland. Innerhalb der Wehrmacht, unter den Soldaten der sogenannten Strafbataillone 999, gab es jedoch auch Widerstand gegen die Nazibesatzung und ihre Gräueltaten.

Die Strafbataillone 999 der Wehrmacht setzten sich aus verurteilten Straftätern und politischen Gefangenen zusammen, die zwangsrekrutiert und an die verschiedenen Kriegsfronten, u.a. auch nach Griechenland, abkommandiert wurden. Hunderte dieser Soldaten, ehemalige Kommunisten, Sozialisten, Gewerkschafter oder Kriegsgegner suchten in Griechenland nach einer Gelegenheit, gegen die Nazis zu kämpfen. Sie nahmen Kontakt mit der einheimischen Bevölkerung und den Widerstandsorganisationen auf, schafften geheime Netzwerke und versuchten, die Armee, der sie dienten, zu sabotieren, während viele von ihnen schließlich zu den Widerstandskämpfern überliefen. Diese Geschichte der "anderen" Deutschen ist ein faszinierender und dennoch kaum bekannter Teil der Besatzungsgeschichte.

Grußwort: Nicole Katsioulis, Leiterin Friedrich-Ebert-Stiftung Athen

Redner:

  • Prof. Dr. Friedhelm Boll, Professor für Moderne Geschichte an der Universität Kassel, Stiftung "Gegen Vergessen - Für Demokratie e.V."
  • Dr. Jasonas Chandrinos, Doktor der Neuen Geschichte, Universität Athen

Die Veranstaltung findet in griechischer und deutscher Sprache mit Simultandolmetschung statt.

Friedrich-Ebert-Stiftung 
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Griechenland

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