07.11.2017

Mit Zuversicht und Engagement

Staatsminister Michael Roth im Gespräch mit jungen Griech_innen.

„Wir sind keine verlorene Generation.“ Das war die wohl wichtigste Botschaft der jungen Griechinnen und Griechen an Michael Roth im Rahmen einer Begegnung, die wir im Büro Athen am letzten Freitag, den 3. November, organisiert haben.

10 junge Menschen diskutierten mit dem Staatsminister für Europa offen über ihre Erfahrungen, ihre Pläne und ihre Erwartungen in einem Land, welches nach wie vor die höchste Jugendarbeitslosigkeit in Europa aufweist. Jenseits der Statistiken zeigten sie sich optimistisch und vielen Teilnehmende betonten, dass es für sie auch in der Krise Chancen und Wege gebe.

Mit Hinblick auf die wirtschaftliche Erholung Griechenlands wurde aber auch klar, dass sich hinter den positiven Zahlen beim Thema Staatshaushalt und Wirtschaftswachstum vor allem für die junge Generation eine oft harte Realität verbirgt. Bei einem Mindestlohn von 400 Euro für Menschen unter 25 sei es für viele junge Menschen beispielsweise nicht möglich, auch mit einem Job auf eigenen Beinen zu stehen. Viele wären nach wie vor auf die Eltern angewiesen.

Dies verbanden die Teilnehmenden dann auch mit einem grundsätzlichen Appell an die eigenen politischen Eliten nach mehr Partizipation und grundlegenden Reformen.

Auch ein weiterer Aspekt kam zur Sprache, der in der europäischen Öffentlichkeit oft wenig Beachtung findet: die humanitäre Situation der Geflüchteten, die auf Grund des Abkommens zwischen der EU und der Türkei die ostgriechischen Inseln nicht verlassen dürfen. Hier werde Griechenland von seinen europäischen Partnern allein gelassen.

Für die Zukunft Griechenlands sei in den Augen vieler deshalb auch ein solidarisches Europa eine Notwendigkeit. Dabei käme vor allem Deutschland eine große Verantwortung zu, notwendige Reformen der Europäischen Union aktiv mitzugestalten und sich offen für die Initiative des französischen Präsidenten Emanuel Macron zu zeigen. Denn, so die einhellige Meinung, trotz der zahlreichen Probleme sei die griechische Jugend proeuropäisch eingestellt. 

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